Du nutzt ChatGPT oder ein anderes KI-Tool, aber die Antworten sind oft nicht das, was du dir vorgestellt hast? Dann liegt es wahrscheinlich nicht am Tool, sondern an deinen Prompts. In diesem Artikel zeige ich dir die fünf wichtigsten Techniken, mit denen du deutlich bessere Ergebnisse erzielst.
Was ist Prompt Engineering?
Prompt Engineering ist die Kunst, KI-Modellen die richtigen Anweisungen zu geben. Stell dir vor, du gibst einem sehr fähigen Mitarbeiter einen Auftrag: Je klarer und präziser du formulierst, desto besser wird das Ergebnis. Genau so funktioniert es auch mit KI.
Der Unterschied zwischen einem mittelmässigen und einem grossartigen Prompt kann enorm sein. Und das Beste: Du brauchst dafür keine technischen Kenntnisse — nur ein paar Grundprinzipien.
Technik 1: Sei spezifisch
Der häufigste Fehler ist zu vage Prompts. Vergleiche diese zwei Varianten:
- Schlecht: “Schreib mir einen Text über Marketing.”
- Gut: “Schreibe einen 300-Wörter-Blogpost über Content-Marketing für kleine Schweizer Unternehmen. Der Ton soll professionell aber zugänglich sein. Zielgruppe sind Geschäftsführer ohne Marketing-Hintergrund.”
Je mehr Details du gibst — Länge, Ton, Zielgruppe, Format — desto besser wird das Ergebnis.
Technik 2: Gib Kontext
KI-Modelle arbeiten besser, wenn sie den Hintergrund verstehen. Erkläre, wer du bist, was du tust und warum du die Information brauchst.
Ein Beispiel: Statt “Erkläre mir Machine Learning” schreib lieber “Ich bin Projektmanager in einer Versicherung und muss meinem Team erklären, was Machine Learning ist und wie es in unserer Branche eingesetzt werden kann. Halte es einfach und praxisnah.”
Technik 3: Nutze Rollen
Eine der mächtigsten Techniken: Weise der KI eine Rolle zu. Das beeinflusst, wie sie antwortet — welche Perspektive sie einnimmt, welches Vokabular sie verwendet und wie tiefgehend sie antwortet.
Beispiele:
- “Du bist ein erfahrener SEO-Berater. Analysiere diese Website-Struktur…”
- “Du bist ein Schweizer Steuerberater. Erkläre mir die Abzugsmöglichkeiten für Selbstständige.”
- “Du bist ein Coach für Zeitmanagement. Hilf mir, meine Woche besser zu strukturieren.”
Die Rolle gibt der KI einen klaren Rahmen und führt zu relevanteren, fundierteren Antworten.
Technik 4: Chain Prompts (Aufgaben aufteilen)
Komplexe Aufgaben solltest du in mehrere Schritte aufteilen, statt alles in einen einzigen Prompt zu packen. Das nennt man “Prompt Chaining”.
Ein Beispiel für einen Newsletter:
- “Brainstorme 10 Themen für meinen KI-Newsletter diesen Monat.”
- “Nimm Thema 3 und erstelle eine Gliederung mit 5 Abschnitten.”
- “Schreibe jetzt den ersten Abschnitt basierend auf dieser Gliederung.”
- “Überarbeite den Text: Kürze ihn auf 150 Wörter und mache den Einstieg packender.”
So behältst du die Kontrolle und kannst bei jedem Schritt nachjustieren.
Technik 5: Iteriere und verfeinere
Die erste Antwort ist selten perfekt — und das ist völlig in Ordnung. Nutze Folgeprompts, um das Ergebnis zu verfeinern:
- “Das ist gut, aber mach den Ton lockerer.”
- “Füge ein konkretes Beispiel aus der Schweiz hinzu.”
- “Kürze den zweiten Absatz und starte mit einer Frage.”
- “Formatiere das als nummerierte Liste.”
Dieser iterative Prozess ist der Schlüssel zu wirklich guten Ergebnissen. Sieh es wie ein Gespräch: Du und die KI arbeitet gemeinsam am besten Output.
Bonus: Die Prompt-Formel
Wenn du dir eine einfache Struktur merken willst, nutze diese Formel:
Rolle + Aufgabe + Kontext + Format + Einschränkungen
“Du bist [Rolle]. [Aufgabe]. Der Kontext ist [Kontext]. Formatiere das als [Format]. Beachte dabei [Einschränkungen].”
Mit dieser Formel im Hinterkopf wirst du sofort bessere Prompts schreiben. Probiere es gleich aus — und du wirst den Unterschied merken.